Tanz als Wissenskultur



Im gegenwärtigen Prozess der Umstrukturierung von Wissenskulturen werden überlieferte Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft, wie zwischen Natur- und Geisteswissenschaften neu befragt. Der Körper, seine Bewegungen und Sinne kommen als Instrumente der Produktion und Inszenierung von Wissen in den Blick. Tanz als „rhythmisch strukturierte Bewegung im Raum“ (Curt Sachs) ist verkörpertes Wissen, das jenseits von Kunst- und Gesellschaftstanz Körperinszenierungen von Gemeinschaften oder Körpertechniken der Arbeit mit einschließt. So kommen Gesten des Alltags, die Rhythmen der Arbeit und Bewegungen von Mensch und Maschine in den Blick: Ein Tanzarchiv ist immer auch Archiv für Körpertechniken. Das TAL untersucht in seinen thematischen Schwerpunkten die Rolle des Körpers und der Sinne innerhalb einer Wissenskultur der Moderne. Wissenschaft und Kunst treten dabei nicht nur in den Dialog, sondern sind zusammen Wissenskünste im besten Sinne des Wortes.


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