Are 100 Objects Enough to Represent the Dance? Zur Archivierbarkeit von Tanz
Janine Schulze (Hg.)
epodium Verlag München 2010
Sich dem Tanzarchiv zu verschreiben, bedeutet sich der Archivierung einer Kunstform zu widmen, die gemeinhin in ihrer Flüchtigkeit betont wird und somit als schwierig bis gar nicht dokumentierbar gilt. Tatsächlich aber macht die Eigenschaft des Flüchtigen den Tanz geradezu zum prädestinierten Sammel- und Theorieobjekt innerhalb aktuellster Archiv-Diskurse: Denn (Tanz)Archive und das durch sie verfügbar gemachte Sammelgut befinden sich durch die Nutzung in ständiger Bewegung. Das Denken über Bewegung und den damit verbundenen Koordinaten von Körper, Raum und Zeit steht nie still. Vergangene Ideen, Ideale und auch Ideologien mischen sich, überlagern und kontrastieren sich. Die Flüchtigkeit des Tanzes entspricht der Flüchtigkeit der betrachtenden Standpunkte.
